ღRezension zu >Wild< von Lena Klassenღ

-> Rezension – Wild, Band 1 – Lena Klassen – 384 Seiten – DrachenmondVerlag

Der Inhalt:

Gezähmte Gefühle. Eine Welt ohne Krankheit und Kummer. Kein Leid und keine Leidenschaft. Einmal wöchentlich bekommt jeder in „Neustadt“ seine Glücksinjektion. Trotzdem ist die siebzehnjährige Pi nicht so glücklich wie alle anderen. Stimmt etwas nicht mit ihr? Oder warum darf sie nicht mit Lucky zusammen sein, ihrem besten Freund? Anders zu sein ist gefährlich, denn hinter dem Zaun, der „Neustadt“ umgibt, liegt die Wildnis. Dort herrschen noch Krankheit und Gewalt – und dorthin werden alle verbannt, die aus der Reihe tanzen. Dann geschieht etwas Unfassbares: Die Glücksdroge versagt. Und plötzlich steht Pi vor der Entscheidung ihres Lebens: Liebe oder Freiheit?

(Inhalt von A
mazon.de)

Das Cover:

Das PicsArt_1442047698290Cover ist einfach wunderschön. Zu sehen sind die Protagonistin Pi (zumindest nehme ich mal an, dass es Pi sein soll, denn ich stelle sie mir eigentlich irgendwie ganz anders vor) und der Wald, der in dieser Dystopie für Wildnis steht, also alles außerhalb der “perfekten“ Zivilisation. Auch im Buch wird der Wald durch eine Blätterranke bei jedem Kapitel aufgegriffen. Das finde ich super und vor allem sehr passend (zudem sieht es auch noch richtig toll aus).

Der Schreibstil:

Der Schreibstil der Autorin ist fließend, sodass man gar nicht merkt, dass man ein Kapitel nach dem anderen weg liest. Zudem machen die vielen detaillierten Beschreibungen und Erklärungen es dem Leser leicht in die Geschichte einzusteigen und das Gesellschaftssystem zu verstehen. Von der ersten Zeile an ist man gefesselt und will einfach wissen wie es mit Pi weitergeht. Ich konnte mit ihr mitfiebern und mich in sie hineinversetzen, alssie das erste Mal die neuen Gefühle durchlebte (das ist wirklich rührend und auch herzzerreißend).

Meine Meinung:

Zuerst möchte ich mich herzlich beim Drachenmondverlag bedanken, dass ich dieses tolle Buch lesen und rezensieren durfte!

Man erlebt die Geschichte aus der Sicht der Protagonistin Pi, die vor allem durch ihren tollen, gut ausgearbeiteten Charakter besticht. Von Anfang an merkt man, dass bei ihr irgendetwas anders ist. Sie entspricht nicht dem Ideal und ist neben ihrem Kindheitsfreund Lucky die Einzige in der Klasse, die nicht irgendwie chirurgisch oder genetisch verändert ist. Aber für mich (vielleicht auch gerade deshalb) wirkt sie am lebendigsten und realsten. Richtig von sich selbst überzeugt hat sie mich, als die Glücksinjektion bei ihr nachließ und die wilden Gefühle langsam Überhandnahmen. Sie wächst über sich hinaus und wird vielmehr zum Mittelpunkt in ihrem Freundeskreis.

Lucky ist anfangs der typische Macho, verteilt überall Küsschen und flirtet mit allem, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Ohne das Glücksserum hat er mir anfangs auch irgendwie nicht besser gefallen, aber als er schließlich Pi seine Gefühle gestand, da mochte ich ihn dann doch.

Die anderen Charaktere sind auch alle spitze beschrieben und ausgearbeitet. Man entwickelt schnell seine Sympathien und Abneigungen, die sich dann irgendwie auch immer wieder bestätigen.

Die ganze Story hat mir gut gefallen, auch wenn sie für mich nicht neu war. Es ist schon erschreckend, wenn man sich vorstellt, dass es in dieser Welt nur eine Injektion von flüssigem Glück braucht, um jegliche Gefühle abzustellen, oder dass man sich sein perfektes Wunschkind basteln kann. Diesen Menschen ist wirklich alles egal, weil sie sich um nichts Gedanken machen. Sie sind so abgestumpft, dass es ihnen nicht mal etwas ausmacht, wenn neben ihnen jemand stirbt, den sie kennen. “Wilde“ Gefühle verspüren die Menschen in dieser Zivilisation nicht, das heißt sie fühlen keinen Hass, keine Eifersucht, keinen Neid oder Aggressionen. Aber damit auch keine Liebe, keine Trauer, kein Mitleid. Sogar der Partner wird für die Jugendlichen ausgesucht und ist perfekt auf den anderen abgestimmt, um gesunde Nachkommen zu zeugen. Damit schneidet Lena Klassen für mich ein paar wirklich wichtige Themen an, die auch in unserer heutigen Gesellschaft schon eine Rolle spielen. Gerade deswegen finde ich dieses Buch so spannend. Nicht nur, weil ständig irgendetwas passiert und die Geschichte mehrmals ungeahnte Wendungen nimmt, sondern auch weil die Figuren in der Geschichte schnell merken, dass es ihnen wichtiger ist zu fühlen, anstatt in einer perfekten Zivilisation zu leben. Wie könnte man auch ohne Gefühle leben? Ich kann es mir nicht vorstellen – und ich will es auch gar nicht.

Fazit:

Von so spannenden Dytopien mit starken Charakteren und überraschenden Wendungen will ich mehr! Ich vergebe 5/5 Leseeulen und kann dieses Buch allen empfehlen, die fesselnde Geschichten lieben, die einen die Nächte durchlesen lassen.

Elena von Bücher ღ weil wir sie lieben

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