ღRezension >Talon – Drachenzeit< von Julie Kagawaღ

Rezension – Talon, Drachenzeit, Band 1 – Julie Kagawa – 560 Seiten – Heyne fliegt

Drachen: gefährlich, magisch, unwiderstehlich!

Strand, Meer, Partys – einen herrlichen Sommer lang darf Ember Hill das Leben eines ganz gewöhnlichen kalifornischen Mädchens leben! Danach muss sie in die strenge Welt des Talon-Ordens zurückkehren – und kämpfen. Denn Ember verbirgt ein unglaubliches Geheimnis: Sie ist ein Drache in Menschengestalt, auserwählt, um gegen die Todfeinde der Drachen, die Krieger des Geheimordens St. Georg, zu kämpfen.

Garret ist einer jener Krieger, und er hat Ember sofort als Gefahr erkannt. Doch je näher er ihr kommt, umso mehr entflammt er für das ebenso schöne wie mutige Mädchen. Und plötzlich stellt er alles, was er je über Drachen gelernt hat, infrage …
(Inhalt von Amazon.de)

Das Cover:

Zu dem Cover fällt mir im Grunde nur ein Wort ein: perfekt! Erstens finde ich dieses Grün einfach atemberaubend schön, zweitens ist das Bild auf der Vorderseite ein absoluter Blickfang und drittens reiht es sich einfach so toll in die anderen deutschen Cover der12033106_1656401654607077_5061418979127319892_n Julie Kagawa Bücher. Mir gefällt, dass auch im Titelbild das Thema „Drachen“ aufgegriffen wurde und so das übliche Gesicht eben nicht nur menschlich ist, sondern auch gewisse Merkmale eines Drachen hat. Zum Beispiel die reptilienhafte Pupille oder die einzelnen Schuppen auf der Haut. Ich könnte den ganzen Tag lang von dem Cover schwärmen… Aber ich höre jetzt mal auf.

Der Schreibstil:

Julie Kagawa schreibt gewohnt flüssig und bildhaft. Ihr Schreibstil gefiel mir vom ersten Satz an, den ich von ihr gelesen habe. Das Strandfeeling kommt super zur Geltung, ich habe mich teilweise selbst im Sand sitzen sehen und kann Embers Begeisterung deswegen vollkommen verstehen. Julie Kagawa haucht ihren Charakteren und ihrer Welt so viel Leben ein, dass ich mich irgendwann direkt als Teil der Geschichte gefühlt habe. Jetzt kommt es mir so vor, als wäre ich dabei gewesen, als wären Ember, Riley und Garret meine Freunde. Man merkt gar nicht, dass die Kapitel dahin fliegen und ich hatte das Buch so schnell ausgelesen, dass ich jetzt richtig traurig bin. Teil zwei folgt schließlich erst Anfang nächsten Jahres. Aber ich kann es jetzt schon kaum erwarten.

Meine Meinung:

Puh, wo soll ich nur anfangen… Ich habe mich im Vorfeld ja schon ein bisschen über die neue Geschichte von Julie Kagawa informiert, dabei mit Absicht aber nicht allzu viele Beschreibungen gelesen, damit ich mir von der Story her nicht zu viel vorweg nehme, sondern eher allgemeine Meinungen. Und die gingen doch ganz schön auseinander. Und das kann ich überhaupt nicht verstehen. Ich liebe „Talon“! Ich konnte es kaum aus der Hand legen und ich denke, ich werde es demnächst direkt ein zweites Mal lesen und das passiert mir doch wirklich sehr selten. Es übt die gleiche Faszination auf mich aus wie „Plötzlich Fee“. Und da kamen bis jetzt nur wenige Bücher/Reihen heran.

Julie Kagawa hat ihre Charaktere wieder bezaubernd gestaltet und ich fand es klasse, dass man aus der Sicht aller drei Hauptpersonen (Ember, Garret und Riley) lesen konnte. Das hat mich den Protas so nahe gebracht, dass es sich manchmal so angefühlt hat, als würde ich ihnen gegenüber stehen und sie würden mir das alles erzählen. Mehr verlange ich von einem Buch auch gar nicht. Die Autorin hat mich in ihre Welt entführt und mich gefesselt.

Ember ist einfach großartig. Sie hat mir von Anfang an gut gefallen. Sie ist stark, klug, lässt sich nichts vorschreiben und ist nicht gerade auf den Mund gefallen. Sie ist keins dieser Mädchen, die sich weinend in einer Ecke verkriechen und hoffen, dass sie jemand rettet und das Chaos schnell vorbei ist. Sie springt direkt ins Gefecht, verteidigt ihre Freunde und lässt sich nichts gefallen. Als Leser kann man im Laufe des Buches beobachten, dass sie sich entwickelt. Sie fängt an alles, was man ihr beigebracht hat, in Frage zu stellen und sich ihre eigene Meinung zu bilden. Da es sich hier in erster Linie um ein Jugendbuch handelt, fand ich diesen Aspekt großartig und auch wichtig.

Garret habe ich auch ziemlich schnell in mein Herz geschlossen. Und mal abgesehen davon, dass er ein ziemlich attraktiver Kerl ist, hat er auch noch was im Kopf. Eine definitiv tolle Kombination. Er wirkt auf den ersten Blick sehr zielstrebig, manchmal etwas kalt, aber wen wundert das bei seiner Vorgeschichte. Aber seine Fassade beginnt schnell zu bröckeln und dann kommt der weiche Kern zum Vorschein. Denn eigentlich ist er ein humorvoller, charmanter, netter Typ, der für jeden Spaß zu haben ist. Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, aber natürlich habe ich mir zwischendurch mal gedacht, dass er endlich über seinen Schatten springen soll. Er hätte sich wirklich eine Scheibe von Ember abschneiden können und seine Prinzipien viel früher in Frage stellen sollen. Aber eigentlich auch nicht… Sonst hätte sich die Story anders entwickelt und ich mag wie sie ist.

Riley… Ja, Riley. Da war irgendwie von der ersten Silbe an klar, dass der Kerl Ärger bedeutet. Aber trotzdem hat er Embers (und mein) Herz höher schlagen lassen. Sich als Leser seiner Figur anzunähern dauert etwas länger, da man anfangs nicht so viel über ihn erfährt, aber das ändert sich im Laufe des Buches und das Warten ist es wert. Im zweiten Teil der Geschichte hat er mein Herz erobert und mit jedem Kapitel bewiesen, dass er es auch behalten kann.

Auch die anderen Charaktere sind toll ausgearbeitet und sehr facettenreich.

Die Geschichte hat eine tolle Spannungskurve. Für mich war das Buch an keiner Stelle langweilig oder langatmig. Auch die Einführung in Embers Welt fand ich sehr gelungen und plausibel. Es gibt hier kein direktes Gut und Böse, weil beide Seiten ihre Gründe für einen Kampf gegeneinander haben, die tief in ihrer Geschichte verwurzelt liegen. Es ist eben nicht immer alles schwarz-weiß.

Auch die Liebesgeschichte (oder Geschichten?) fand ich sehr gelungen. Es war schön zu lesen wie sich Ember und Garret langsam annäherten, obwohl beiden irgendwo klar war, dass es keine wirklich Zukunft für beide gibt. Es ist keine hyperschnulzige-auf-den-ersten-Blick-Liebe, sondern beide finden nach und nach immer mehr Aspekte, die ihnen am anderen gefallen. Das Ganze fügte sich perfekt in den Verlauf der Story ein, wirkte nicht irgendwie erzwungen oder unpassend. Und auch mit Ember und Riley ging es mir da ähnlich. Dreiecksbeziehungen sind ja nach wie vor begehrt, aber hier fand ich sie einfach gelungen und nicht klischeehaft. Fragt sich nur, wie das Ganze wohl weitergehen wird…

Fazit:

Julie Kagawas neue Reihe besticht durch starke Gefühle, großartige Charaktere und eine spannende Story. Ich will mehr von den Drachen, kann den nächsten Teil kaum erwarten, und vergebe deswegen 5 / 5 Leseeulen.

Elena von Bücher ღ weil wir sie lieben

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