ღRezension >Das Licht der letzten Tage< von Emily St. John Mandelღ

Rezension – Das Licht der letzten Tage – Emily St. John Mandel – 403 Seiten – Piper Verlag

Danke, lieber Piper Verlag, für das Rezensionsexemplar!

Der Inhalt:

Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.

(Inhalt von Amazon.de)

Näheres zum Buch findet ihr auch auf:

http://www.piper.de/buecher/das-licht-der-letzten-tage-isbn-978-3-492-06022-6

Das Cover:

PicsArt_1444317549140Das Cover ist für mich schlichtweg wunderschön. Es gibt einen Kontrast zwischen dem unteren Drittel und dem Rest des Covers. Unten ist eine Stadt in ziemlich trostloser Farbe abgebildet, die dadurch eher an eine Wüste erinnert, im oberen Teil sieht man den Himmel und die Sterne. Die Farben harmonieren perfekt miteinander, es lädt zum Träumen ein. Und genau deshalb hatte ich bei diesem Buch kein Weltuntergangsszenario erwartet, als ich das Cover sah. Doch jetzt im Nachhinein erkenne ich doch eine Verbindung zwischen dem Cover und der Story.

Der Schreibstil:

Emily St. John Mandel hat einen schönen, flüssigen und bildhaften Schreibstil, den ich so in diesem gerne noch nicht kannte. Die Autorin geht alles ein bisschen langsamer an. Hier war nicht alles düster, sondern eher leicht. Für mich war das eine ganz neue Erfahrung und es hat mir wirklich gut gefallen mal eine Apokalypse zu erleben, in der nicht einfach alles katastrophal, dreckig und verschlingend beschrieben wird oder in der es einen fiesen Oberboss gibt, der die Macht an sich reißen und alle, die sich gegen ihn stellen, vernichten will.

Meine Meinung:

Ich muss sagen, dass ich mich nach den ersten beiden Kapiteln, die noch in der „Vorher-Zeit“ spielen, etwas schwer getan habe um dem Handlungsablauf zu folgen, weil alles ein bisschen durcheinander ging. Trotzdem bin ich dran geblieben und das war auch gut so, denn nach und nach ergab dann alles einen Sinn.

Die Autorin hat ihre Figuren liebevoll gezeichnet und charakterisiert. Als Leser kann man sich sicher mit einigen von ihnen identifizieren und sich in sie hinein versetzen. Im Laufe des Buches hat man viel Zeit um zu jedem Charakter eine Bindung aufzubauen und sich seine eigene Meinung zu bilden. Man erlebt die Story immer wieder aus verschiedenen Sichtweisen, teilweise vor und nach der Apokalypse, die durch ein Virus ausgelöst wurde bei dem 99% der Bevölkerung einfach ausgelöscht wurden. Das fordert die Aufmerksamkeit des Lesers, denn wenn man mal einen Moment nicht aufpasst, dann verliert man schnell den Faden, da die Autorin gern hin und her springt, was Gegenwart, Vergangenheit und Handlungsstrang angeht. Dadurch war das Lesen für mich aber durchaus abwechslungsreich und nicht eintönig.

Es gibt keinen wirklichen Spannungsbogen, was die Geschichte für mich zwischendurch ein bisschen zäh gemacht hat. Aber letztendlich ergab doch jedes kleine Teilchen, aus dem die Story besteht, ein großes Ganzes. Es war wie eine Art Schnitzeljagd, bei der man jedes Fitzelchen gut aufbewahren und letztlich zusammenfügen musste. Dabei wird leider nicht jedes Rätsel gelöst, viel muss man selbst interpretieren, aber das ist für mich das Spannende an diesem Buch gewesen. Dadurch bleibt das Lesererlebnis bei dieser Geschichte wohl auch für jeden einzelnen Leser sehr individuell.

Schön fand ich auch, dass die Autorin in ihrer Geschichte Wert auf die einfachen Dinge des Lebens legt. Man erlebt den Weltuntergang quasi hautnah, was ich sehr erfrischend fand. Oft wird man Als Leser in diesem Genre einfach mitten in die apokalyptische Welt geworfen und bekommt nur am Rande ein paar Erklärungen für das, was da eigentlich passiert ist. Nach der Pandemie ist nicht viel übrig. Die Überlebenden müssen sich arrangieren, das Versorgungssystem ist zusammengebrochen und auf das Mindeste reduziert. Schon eine einfache Infektion kann den Tod bedeuten. Das Buch ist wohl vor allem auch für diejenigen was, denen das Theater viel bedeutet, denn dieses Thema ist quasi Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte.

Die Story ist hoffnungsvoll und beschäftigt einen auch nach dem Lesen noch eine ganze Weile.

Fazit:

Wer eine etwas andere Dystopie sucht oder vielleicht in das Genre einsteigen will, der ist mit diesem Buch gut beraten. Trotz ein paar kleiner Schwachstellen, habe ich mich gut unterhalten und vor allem auch gefordert gefühlt. Als Leser wird man schön eingebunden, muss gut aufpassen und durchaus auch selbst über das Geschehende nachdenken, um zu einer Lösung zu kommen. Deshalb vergebe ich 4/5 Leseeulen!

Elena von Bücher ღ weil wir sie lieben

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