ღReleaseparty zu Veronika Serwotkas >Wyvern – Das Streben des Jägers< : Interview mit Autorin Sandra Florean zu ihrer Nachtahn Reiheღ

Im Rahmen der großartigen Releaseparty zu >Wyvern – Das Streben des Jägers< von Veronika Serwotka (erscheint am 1. März 2016 im Thalawa Verlag), durfte ich Sandra Florean interviewen. Das war einfach toll und hat viel Spaß gemacht, weil wir gemeinsam ein paar wirklich schöne Ideen zusammengetragen haben, die auch in naher Zukunft noch einmal eine Rolle spielen werden 😉

Ich möchte Sandra ganz herzlich für die tolle Zusammenarbeit danken. Es war wirklich schön mit dir und ich freue mich schon auf unser nächstes Interview, was demnächst folgen wird 🙂

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Sandra Florean mit ihrer Nachtahn Reihe (die ersten 3 Bücher)

Für das Interview bin ich in die Rolle einer Psychiaterin geschlüpft und Sandra kam erneut mit dem Problem zu mir, dass die Charaktere aus ihrer Nachtahn Reihe sie mächtig auf Trab halten. Um es euch einfacher zu machen: Sandra hat die Farbe Rot und ich (als Interviewerin) die Farbe Grün. So viel zu den Voraussetzungen für dieses Interview …

 

Hallo Sandra. Schön, dass Sie es sich einrichten konnten. Wir haben uns lange nicht gesehen.

Sie haben ja keine Ahnung, was bei mir im Moment los ist.

Klingt nach Neuigkeiten. Beim letzten Mal sagten Sie, dass sie mit ihren Romanfiguren reden würden, damit sich die Wogen etwas glätten.

Richtig. Das habe ich auch getan. Aber leider ging das irgendwie nach hinten los.

Klären Sie mich auf. Vielleicht kann ich helfen.

Es geht um meine Nachtahne.

Ah, ja. Das ist diese Reihe, die Sie geschrieben haben, nicht wahr? Helfen Sie mir auf die Sprünge, um was geht es da?

Die Nachtahn-Reihe erzählt vor allem die Geschichte von Dorian Fitzgerald, dem wohl ältesten Vampir auf Erden. Er hat von seinem Schöpfer nicht nur einzigartiges mächtiges Blut mitbekommen, sondern auch die Aufgabe, die Vampire auszulöschen, die es seiner Meinung nach nicht verdienten, die Dunkle Gabe zu besitzen. Dadurch hat er sich nicht gerade Freunde gemacht, wie Sie sich vielleicht denken können. Außerdem machte es ihn ein wenig arrogant und selbstzufrieden, was die Zusammenarbeit mit ihm zusätzlich erschwert.

Als dann Louisa in sein Leben tritt, wird alles noch komplizierter. Louisa hat ein schweres Erlebnis zu verkraften. Sie leidet unter Angstzuständen und versucht es, wider besseren Wissens, auf ihre Weise in den Griff zu bekommen. Sie trinkt sich Mut an. Dass das nach hinten losgeht, ist im Grunde vorprogrammiert. Aber auch Louisa ist ziemlich eigenwillig, aber dazu später mehr.

Sie trifft nun auf den Vampirkiller Dorian und lässt ihn erst einmal eiskalt abblitzen. Sie können sich nicht vorstellen, was da im Hause Fitzgerald los war! Er, der charmante, hinreißende Vampir – abserviert von einer jungen Sterblichen! Sein Butler James hatte alle Hände voll zu tun, ihn von Dummheiten abzuhalten. Aber wie immer beweist Dorian Hartnäckigkeit. Was jedoch alles nur noch schlimmer machte … *seufzt*

Das klingt aufregend. Wie sind Sie auf die Idee dazu gekommen?

Alles fing tatsächlich mit Dorian an, der mit einem Male vor meinem geistigen Auge Gestalt annahm. Ich hab lange Jahre kein Wort zu Papier gebracht, aber plötzlich juckte es mich wieder in den Fingerspitzen. Und so fing ich an, die Abenteuer dieses Vampirs aufzuschreiben. Anfangs noch recht planlos, aber schon bald kristallisierte sich eine komplexe Geschichte mit immer mehr Nebenfiguren heraus. Leider waren sie alle auf ihre Weise eigenwillig und teilweise sogar aufmüpfig, und das Zusammenleben mit ihnen als Truppe wurde immer komplizierter. Plötzlich wollte jeder im Mittelpunkt stehen und Neid und Missgunst entstanden und, ach, es ist zum Verrücktwerden!

Das klingt tatsächlich nach einigen Problemen. Gibt es denn vielleicht einige bestimmte Songs, die sie beim Schreiben gehört haben? Vielleicht wurden Ihre Figuren dadurch geprägt.

Das kann ich mir nicht denken. Meistens brauche ich Ruhe beim Schreiben. Musik lenkt mir nur ab, wobei ich mich tatsächlich von Stimmungen, die bestimmte Lieder bei mir erzeugen, beeinflussen lasse. Lassen Sie mich mal überlegen … ich meine, dass ich „Summertime Sadness“ von Lana del Rei zu der Zeit sehr gern gehört habe. Also eher schwermütige, verträumte Musik. Wie HIM, ich liebe HIM und die Tragik in ihren Liedern. Ansonsten bin ich eher der Fan von gutem alten Punkrock und NewRock, wie man das damals nannte. Oder deutschem Hip Hop.

Okay, das scheint zu den Figuren zu passen. Erzählen Sie mir doch mehr zu den Protagonisten.

Dorian, ich hab es oben ja schon erwähnt, ist ein über sechshundert Jahre alter Vampir. Er ist einer der wenigen, die die Zeit nicht mürbe gemacht hat. Er hat sich in diesen sechshunderten Jahren weiterentwickelt, ist mit der Zeit gegangen – Sie dürfen ihn sich also nicht in Rüschenhosen und Kniehosen vorstellen! Eher in einem maßgeschneiderten Anzug und einem PS-starken Luxusauto. Dorian liebt schnelle und schöne Autos (etwas, was wir gemeinsam haben, nur hab ich nicht das nötige Kleingeld, um sie mir zu kaufen). Er hat das Leben stets als Herausforderung gesehen und jeden Tag genossen. Und sich nebenbei ein erfolgreiches Firmenimperium aufgebaut, damit er sich seine extravaganten Hobbies auch leisten kann.

Louisa hingegen kommt aus einfachen Verhältnissen. Sie ist Büroangestellte und führte bis zu diesem verhängnisvollen Ereignis vor einiger Zeit ein geregeltes Leben. Sie ist fröhlich, hat viele Freunde, geht gerne Tanzen und Shoppen – was junge Frauen eben so tun. Nur mit den Männern hat es nicht so recht klappen wollen …

Dann ist da noch Eric. Eric ist ein Witzbold, ein Draufgänger und auf seine Weise auch sehr liebenswert. Er hat schöne blaue Augen und ist sehr durchtrainiert, womit er bei den meisten Frauen sofort Eindruck hinterlässt. Auch er nimmt das Leben nicht so schwer. Bis er Louisa traf, war er der charmante Aufreißertyp, dem man einfach nicht böse sein konnte. Bei Louisa hat er das erste Mal ihre Bedürfnisse über seine eigenen gestellt, was ich ihm noch immer hoch anrechne.

Im Laufe der Geschichte kamen noch Dorians alter Freund Michael, der eiskalte Jayden und andere hinzu und der Clan Fitzgerald bildete sich heraus. Und da fing der ganze Ärger an …

Gut, jetzt habe ich eine ungefähre Vorstellung. Komm wir nun zu Ihrem Problem. Wegen was liegen sich ihre Charaktere in den Haaren?

Dorian und Eric liegen sich vor allem wegen Louisa in den Haaren. Sie sind beide in sie verliebt und keiner kann die Finger von ihr lassen. Doch das ist nicht alles. Seit sie ein Clan geworden sind, wie Dorian es so schön nennt, kommt es immer wieder zu Reibereien. Dorian ist als der Älteste der Anführer, aber er ist immer noch der Meinung, dass ihm diese Rolle nicht liegt. Und so zieht er sich von vielen wichtigen Entscheidungen zurück. Dabei vertrauen sie ihm alle und hören auf ihn.

Auf der anderen Weise führen die anderen seine Anweisungen immer ausgesprochen kreativ aus. Befehle werden nicht zu wörtlich genommen, die eigenen Interessen stehen manchmal über dem, was Dorian im Sinn hatte, und so weiter. Sobald es um die Liebe geht, drehen sie völlig durch.

Da kann ich schon verstehen, dass Dorian zwischendurch die Hutschnur hochgeht. Doch einen so alten Vampir sollte man nicht verärgern. Vor allem nicht Dorian mit seinem mächtigen Blut und seinen einzigartigen Fähigkeiten, mit denen er andere Vampire ohne große Anstrengung einfach auslöschen kann! Ich hab sie immer wieder gewarnt, aber sie wollen einfach nicht hören.

Vielleicht hilft es, wenn Sie mit ihnen zum Ort ihrer Entstehung reisen? Wo können Sie denn am besten schreiben?

Das wäre vielleicht eine Idee, könnte allerdings eng werden. Ich habe unter dem Dach unseres Reihenhauses meine Kreativwerkstatt, wo ich sowohl nähe als auch schreibe. Da hängen meine Kostüme und historischen Kleider, liegen meine Stoffe und alles sieht schön nach Betriebsamkeit und „kreativer Werkelei“ aus.

Wollten Sie von Anfang an, dass ihre Figuren diese Entwicklung durchleben? Oder haben Sie sich vielleicht auch komplett anders entwickelt, als sie zu beginn geplant hatten? Sie haben ja bereits erwähnt, dass einige Charaktere mit der Zeit aufmüpfig wurden.

Mir war von Anfang an klar, wohin die Reise gehen sollte. Auch die Zwischenstationen waren ihnen im Grunde vorgegeben, aber so ganz nach Plan haben sie nicht immer agiert. Gerade Louisa ist in ihren Entscheidungen ziemlich unberechenbar. Und auch Eric und Jayden machen im Grunde, was sie wollen. Selbst Dorian tut manchmal Dinge, über die ich einfach nur den Kopf schütteln kann. Man sollte doch meinen, dass er es mit seiner Lebenserfahrung besser wissen müsste!

Hat einer der Charaktere schon einmal rebelliert? Und wenn ja, wie haben Sie dieses Problem gelöst?

Gerade Eric erwies sich zwischendurch als totale Nervensäge und schlägt immer wieder über die Stränge. Da muss ich tatsächlich hart durchgreifen. Leider wiederholt, da er sich recht schnell von den Schrecken erholt. Er ist halt eine wahre Frohnatur.

Schlimmer sind die unterschwelligen Rebellionen, wie Jayden sie gern anzettelt. Oder Louisa. Mit beiden braucht man sich nicht auf eine Diskussion einlassen. Ihre Gründe sind – leider Gottes – immer sehr stichhaltig und logisch.

Michael ist tatsächlich der Einzige, er mir nie Kummer gemacht hat – dafür aber umso mehr erleiden musste. Ich glaube, dass er mir das sehr übel nimmt.

Ich sehe schon, da kommt noch einiges auf uns zu. Ich danke Ihnen für Ihre Offenheit, so haben wir schon ein gutes Grundgerüst geschaffen. Vielleicht sollte ich einfach mal zu Ihnen nach Hause kommen und mich mit Ihren Romanfiguren persönlich unterhalten.

Das wäre mir in der Tat eine große Hilfe, wenn Sie mal mit ihnen persönlich sprechen würden. Aber sagen Sie hinterher nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.

Vielen Dank, liebe Sandra, für das tolle Interview! 🙂

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Alle 4 Teile der Nachtahn Reihe von Sandra Florean

Des weiteren findet ihr zu Sandra Florean auf unserer Seite:

Eine Autorenvorstellung

Vorstellung der Nachtahn Reihe

Eure Sylvia von Bücher ღ wie wir sie lieben

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